Manifest (Deutsch)


MANIFEST – Marsch der Würde am 22. März

Keine Zahlung der Schulden!
Keine Kürzungen mehr!
Weg mit den Regierungen der Troika!
Brot, Wohnung und Arbeit für alle!!!


papelplumaIm Jahr 2014 stehen wir vor einer schwierigen Situation. Eine extreme Situation sozialer Not, die eine gemeinsame Antwort der
Bürger, der Arbeiterklasse, des gesamten Volks fordert. Millionen Arbeitnehmer/-innen sind arbeitslos. Obwohl sie zwei Hände zum Arbeiten, eine abgeschlossene Ausbildung, handwerkliche oder intellektuelle Fähigkeiten haben, finden sie keine würdevolle Arbeit. Das ist nicht nur demütigend, sondern auch eine Verschwendung der kollektiven Talente einer Gesellschaft, deren Zukunft auf unbestimmte Zeit gefährdet wird. Die Arbeitnehmer/-innen haben diese Beleidigung ihrer kollektiven Würde nicht verdient.
Hundertausende Familien haben ihre
Wohnungen verloren. Es gibt nichts Unmenschlicheres, als eine Familie aus ihrem Heim zu vertreiben, nur um die unersättliche Gier einiger skrupelloser Banker zu nähren. Und zwar Banker, die von den der Troika hörigen Regierungen versorgt werden. Der Preis ist die weiter zunehmende Verarmung der arbeitenden Bevölkerung und des wehrlosesten Teils der Gesellschaft.
Währenddessen
nutzen die Arbeitgeber das Drama der Massenarbeitslosigkeit aus und ziehen die Schrauben noch fester an und verschlechtern somit die Löhne und Arbeitsbedingungen der Menschen, die noch einen Job haben. Das kapitalistische System versucht die Arbeitnehmer/-innen auszunutzen und sie dazu zu bringen, die Arbeitgeber als Wohltäter der Gesellschaft zu sehen.
Es wird Zeit
, die Arbeit und den gesellschaftlichen Reichtum aufzuteilen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.
Unter der aktuellen Politik kann unserer Jugend unmöglich ein Zukunftskonzept
für ihr Leben entwickeln. Sie hat keine andere Wahl als ein Leben im Ausland, so wie bereits unsere Eltern und Großeltern.
Wir sagen Nein zu einem patriarchalischen System,
das uns in längst vergangene Zeiten zurück wirft und uns das Recht nimmt, über unseren Körper zu entscheiden, darüber, Mutter zu werden oder nicht. Ein System, das uns zurück an Heim und Herd sehen möchte.
Wir leiden unter der Politik der Regierungspartei (PP) und dem Diktat der Troika
(IWF, EZB und EU-Kommission). Wir müssen den Diebstahl unserer Rechte und die Verarmung der sozialen Mehrheit stoppen.
Diese Verarmungspolitik hat ihre Ursache in den von den Banken angehäuften privaten Schulden, die von den Regierungen dann in illegitime öffentliche Schulden
verwandelt wurden. Die Bürger/-innen dürfen nicht für diese illegitimen, durch Spekulation hervorgerufene Schulden der Banken und deren Regierungen bezahlen.

Die Privatisierung von Gesundheit, Bildung, öffentlichem Verkehr, Wasser, Energie, Kommunikation, sozialer Dienste etc. beschneidet unsere Rechte als Burger/-innen.
Sie
machen sich über unsere Rentner lustig, die an einem riesigen Verlust an Kaufkraft leiden. Gleichzeitig fallen ihre Ersparnisse den Banken zum Opfer, zum Beispiel durch kriminelle Finanzprodukte.
Die
frühere Regierung (PSOE, Sozialdemokraten) änderte mit Unterstützung der Volkspartei (PP) den Artikel 135 der Verfassung. Dieser stellt nun die Zahlung der Auslandsschulden über die Rechte und Bedürfnisse der Gesellschaft. (Dies ist ein in der Geschichte einmaliger Vorgang. Diese undemokratische Forderung der Troika wurde in der EU bisher einzig von Spanien umgesetzt. Der nationale Haushalt kann durch das Parlament nur beschlossen werden, wenn zunächst die Zahlungen an ausländische Gläubiger sichergestellt sind.) Dies wurde gerechtfertigt mit der Behauptung, wir hätten über unseren Verhältnissen gelebt. Man müsse nun sparsam sein und zudem sei es zwingend, um das Haushaltsdefizit auszugleichen. Allerdings hatten sie kein Problem damit, gleichzeitig einige 10 Milliarden Euro an Banken und Spekulanten zu geben.
Sie benutzen die Krise
, um Rechte zu kürzen. Diese Maßnahme verursacht Leid, Armut, Hunger und sogar Tod. Das alles sichert den Banken und Konzernen weiterhin große Gewinne auf Kosten der Bürger/-innen. Denn sie haben uns die Freiheit genommen. Der Kapitalismus hat zu viele Freiheiten und Rechte der Mehrheit der Gesellschaft unterdrückt. Es ist ein System, das ausschließlich für den privaten Gewinn einiger weniger arbeitet. Dies führt unvermeidlich zu einer ökologischen und sozialen Katastrophe von unabsehbarem Ausmaß.
Für die meisten
sozialen Schichten ist die Krise ein großes menschliches Drama. Sie ist ein Betrug, denn für eine unbedeutende Minderheit ist sie ein großes Geschäft. Wenn die Bürger/-innen protestieren, bekommen sie immer die gleiche Antwort: Die Repression und Kriminalisierung der Gewerkschaftsbewegungund sozialen Bewegungen. Das System braucht die Repression zur Aufrechterhaltung seiner Macht. Es kann nur durch die Macht der Straße überwunden werden.
Die Staatsform, die mit der Verfassung von 1978 entstanden ist (nach der Franco-Diktatur), ist im Verfall und hat offensichtlich noch die gleichen Elemente wie bei seiner Geburt: Es ist von Korruption geprägt und hat keine Legitimität. Die Rechte und Freiheiten wurden uns gestohlen, um die Interessen einer Minderheit zu erfüllen und deren Profite sicherzustellen. Die gleiche Minderheit, die uns in den Zustand der sozialen Not gebracht hat, die den Abbau der öffentlichen Bildung und Gesundheit betreibt, die Renten unserer Senioren drastisch kürzt, die sich unserer Wohnungen bemächtigt, Fabriken schließt und Tausende Arbeiter/-innen und Angestellte entlässt.
Die verschiedenen Regierungen handeln außerhalb der Legalität und verkaufen unsere Grundrechte. Das hat sich verbreitet und es ist mit dieser Wirtschaftsordnung eng verbunden.
Sowohl die Korrupten als auch die, die sich korrumpieren lassen, sind Teil dieses ungerechten Systems der Produktion und Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums.

Wir rufen dazu auf, unsere Souveränität als Volk wieder zu erkämpfen, indem wir unsere Stimme erheben und demokratisch zu einem neuen verfassungsgebenden Prozess beitragen, der tatsächlich die demokratischen Freiheiten, die demokratische Teilhabe und die Grundrechte des Einzelnen garantiert.
Wir,
Marcha de la dignidad 22M, halten es für wichtig, einheitlich und überzeugend als Massenbewegung gegen die antidemokratische Sparpolitik zu kämpfen, um die Menschenrechte und die sozialen Grundrechte zu verteidigen.
Am 22. März findet daher in Madrid eine zentrale Demonstration statt, gegen die Zahlung der Schulden, für menschenwürdige Beschäftigung, für Grundeinkommen und soziale Rechte, für demokratische Freiheiten, gegen Kürzungen, Repression und Korruption, für eine Gesellschaft freien Männer und Frauen, für eine Mobilisierung gegen ein System und eine Regierung,
die uns angreift und die Bevölkerung nicht vertritt.
Wir fordern die Regierung
der Partei PP auf abzutreten, sowie alle Regierungen die soziale Grundrechte mit den Füßen treten und die mit der Politik der Troika paktieren.
Wir rufen dazu auf, den 22. März in der spanischen Landeshauptstadt Madrid zu einem Tag der Würde und des Widerstandes zu machen.
An diesem Tag werden Menschen aus allen Teilen des Landes nach Madrid gerufen und auch die Bevölkerung Madrids wird aufgerufen
, auf die Straßen zu gehen, um Teil der sozialen Mobilisierung zu sein.

ES IST ZEIT, AUF DIE STRASSEN ZU GEHEN!

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